Mai: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Martin Mones zum Kinderrecht des Monats Mai:

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

  1. Was bedeutet für Sie, Herr Mones, das Kinderrecht: „Kinder haben das Recht auf Bildung und Ausbildung“?

Das Kinderrecht auf Bildung bedeutet in erster Linie für mich, dass alle Kinder, egal in welchen familiären Konstellationen sie aufwachsen, ein Recht darauf haben, ihr Leben größtmöglich selbstbestimmt und in Freiheit zu leben und zu gestalten. Dabei haben Eltern und Erziehungsberechtigte die selbstverständliche Pflicht, ihre Kinder nach besten Kräften zu unterstützen, damit sie aktiv an der Gesellschaft teilhaben können.

  1. Welche Schwierigkeiten/Möglichkeiten erleben die Kinder?

Für Kinder, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen (Gewalt, Drogen, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit der Eltern etc.) ist das Recht auf Bildung und Ausbildung häufig ein Wunschtraum, der in ihrem Alltag nicht vorkommt, weil  ihre Lebenswirklichkeit eine ganz andere ist. Eltern, die selber nicht in der Gesellschaft verankert sind, haben keine Möglichkeiten, ihren  Kindern Werte zu vermitteln, an die sie selber nicht glauben oder die verloren gegangen sind. Das führt bei den Kindern zu Orientierungs- und Werteverlust.

  1. Wie setzen Sie das Kinderrecht in Ihrem beruflichen Alltag um?

Jedes Kind hat triftige Gründe, warum es so handelt wie es handelt, auch wenn wir das oft nicht verstehen können, weil wir die Lebensgeschichte nur bruchstückhaft kennen. Das Wichtigste, was ich in meinem Alltag den mir anvertrauten Kindern zeigen kann, ist persönliche Wertschätzung und Achtung nach dem Motto: Behandle andere Menschen so, wie du es dir selber von den anderen wünscht, auch wenn es mal schlecht gelaufen ist…..

Martin Mones
ist Konrektor einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Emotional-Soziale-Entwicklung in Essen

Kinderrecht des Monats Mai

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

Wir können nicht Bildung in das Kind hineinbringen, wir können es nicht bilden, das kann es nur selbst. Was wir können ist die Umgebung, das Lebensumfeld und die Bedingungen möglichst so zu gestalten, dass Kinder Lust haben viele

Erfahrungen zu machen, in unterschiedlichen Bereichen und in den unterschiedlichsten Situationen. Wenn die Kinder wollen und können, dann lernen sie in jeder Situation, nicht nur in Bildungseinrichtungen.

Der Alltag bietet so viele Lernerfahrungen, wir müssen nur bereit sein und hinsehen, nicht einmal, sondern mehrmals und mit etwas mehr Ausdauer. Unsere Aufgabe ist es die Kinder dabei zu begleiten und das in Worte zu fassen, wofür Kinder am Anfang noch keine haben.

Der Erwerb anspruchsvoller geistiger und körperlicher Kompetenzen braucht Zeit und deshalb sollten wir früh damit beginnen, Grundlagen für bestimmte Kompetenzbereiche aufzubauen, ohne jedoch schulisches Lernen vorwegzunehmen.

Und wenn die Kinder einmal in der Schule sind, dann ist es unsere wichtigste Aufgabe, ihnen die Freude daran nicht zu nehmen, die alle Kinder am ersten Schultag mitbringen.

Angebote im Ortsverband Düsseldorf:

Singtreff im Haus für Kinder und im Familiencafé am Sana – Kochkurse für Kinder – Selbstbehauptungskurse für Kinder – Theaterpädagogisches – Coolnesstraining für Kinder

Plakat-Kampagne „Sprich mit mir“ soll Eltern für bewussten Handy-Umgang sensibilisieren

Düsseldorf, 25.4.2019 Im Rahmen des Kinderrechtejahres 2019 startet der Kinderschutzbund Düsseldorf in der kommenden Woche eine stadtweite Plakat-Kampagne zum Thema „Handykonsum von Eltern“. Insgesamt drei aufmerksamkeitsstarke Motive der Cartoonistin Renate Alf aus Weimar zeigen typische Alltagsszenen mit Eltern, die dem eigenen Smartphone mehr Aufmerksamkeit widmen als dem eigenen Nachwuchs. Auf humorvolle, aber gleichzeitig eindrückliche Weise sollen die Plakate dafür sensibilisieren, dass Kinder sich tatsächlich oft verloren und vergessen fühlen, wenn an ihnen vorbeigeschaut und vorbeigeredet wird. Die Plakate werden kostenfrei an alle 366 Düsseldorfer Kindertagesstätten, alle Einrich-tungen der Frühen Hilfen, an Kinderärzte, Ergotherapeuten/ Logopäden sowie an Eltern-/ Familiencafés – also insgesamt ca. 600 Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet – verteilt.

Das Smartphone gehört mittlerweile genauso selbstverständlich zu unserem Alltag wie der Hausschlüssel oder die EC-Karte. Wir benutzen diese Hilfsmittel, ohne besonders darüber nachzudenken. Nur: Gerade das Handy hindert uns zunehmend daran, im Alltag persönlich miteinander zu sprechen.

Besonders bei Kindern hat das fatale Folgen: Werden Kleinstkinder nicht in ausreichendem Maße von ihren Bezugspersonen direkt angesprochen, kommt es z.B. zu Verhaltensauffälligkeiten oder auch Sprachstörungen. Hier machen Wissenschaftler*innen im In- und Ausland bereits seit mehreren Jahren alarmierende Beobach-tungen.
Eine Langzeitstudie über den Zeitraum 2014–2016 in den USA belegt: Kleinere Kinder reagieren mit Ärger auf Eltern, die sich während des familiären Zusammenseins immer wieder dem Smartphone oder anderen elektronischen Medien zuwenden. Da ist ein Teufelskreis geradezu vorprogrammiert: Eltern abgelenkt – Kind quengelig – Eltern genervt – Kind noch quengeliger und so fort. Wissenschaftler*innen sind sich sicher: Eltern, die sich häufig von ihren Smartphones ablenken lassen, vermitteln ihrem Kind das Gefühl, Kontakt und Zuwendung seien von den Geräten gesteuert. Zuwendung wird so für das Kind unvorhersehbar. Denn die Eltern sind zwar physisch, aber emotional nur sporadisch präsent.   Als Resultat daraus ergibt sich beim Kind eine Kettenreaktion bzw. ein Geflecht aus: Unsicherheit, Gefühlen von Einsamkeit bzw. Vernachlässigung, Bindungs-störung, Verhaltensauffälligkeiten. Betroffen ist auch der frühkindliche Spracherwerb. Dieser wird nachweislich beeinträchtigt, wenn Bezugspersonen während des Kontaktes mit dem Kind immer wieder vom Smartphone (oder anderen Medien) unterbrochen oder abgelenkt werden.

Sehr kleine Kinder können auf diese Form der Handy-Konkurrenz nur unbewusst reagieren. Größere Kinder hingegen artikulieren ihre Kritik deutlich: 2015 sagten in Umfragen in verschiedenen Ländern zum Beispiel ein Drittel oder sogar über die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen, dass sie sich von ihren Eltern wegen deren Handy-Verhaltens vernachlässigt fühlen.
Daher fordert auch der Kinderschutzbund alle Eltern ganz klar auf: Sprich mit deinem Kind! 

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-kinderschutzbund-schlaegt-alarm-eltern-legt-das-handy-mal-weg-100.html

 

Ramadan-Fasten von Kindern und Jugendlichen

Düsseldorf, 23.04.2019. Vor Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan weisen der Kinderschutzbund (DKSB) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) auf mögliche Folgen des Fastens für Kinder und Jugendliche hin. Familien sollten in ihrem Wunsch unterstützt werden, ihre Religion auszuüben, Risiken für die Gesundheit von Kindern müssen aber im Blick behalten werden. Zu diesem Zweck hat der DKSB eine Handreichung mit Empfehlungen für Lehrer*innen, Ärzt*innen und andere Fachkräfte entwickelt. Der Ramadan findet in diesem Jahr vom 5. Mai bis 4. Juni statt.

Während des Fastenmonats Ramadan dürfen gläubige Muslime zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Die islamischen Fastenregeln lassen allerdings verschiedene Ausnahmen zu, zum Beispiel für Ältere, Schwangere, bei Krankheit, auf Reisen und auch bei Kindern. Dennoch fasten viele Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter. Die Fastenregeln strikt einzuhalten kann aber für Kinder spürbare Folgen haben. „Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit führen und auch das Schlafverhalten kann sich durch strenges Fasten verändern“, erklärt Dr. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ. „Besonders in dieser Zeit, in der Zeugnisse und Schulabschlüsse anstehen, fordert das die Kinder sehr. Gerade dann benötigen sie genügend Schlaf, gesunde Nahrung und ausreichend zu Trinken.“

Um Eltern, Ärzt*innen, Lehrer*innen und andere pädagogische Fachkräfte auf die gesundheitlichen Risiken des Fastens hinzuweisen und sie bei der Wahrnehmung ihrer Verantwortung zu unterstützen, hat der Kinderschutzbund eine Handreichung zum Thema entwickelt. „Ganz wichtig sind eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten und gegenseitiges Verständnis“, so Prof. Susanne Schweitzer-Krantz vom Ortsverband Düsseldorf. „Unser Ziel ist es, dass Kinder, die fasten möchten, dies altersgerecht tun ohne ihre Gesundheit zu schädigen. Denn am Ende sind das Wohl des Kindes und sein gesundes Aufwachsen das Wichtigste.“

Im Umgang mit dem Ramadan-Fasten von Kindern und Jugendlichen empfiehlt der Kinderschutzbund konkrete Handlungsschritte. So rät er Eltern, die verantwortlichen Lehrer*innen oder Erzieher*innen darüber zu informieren, dass ihre Kinder fasten. Gleichzeitig sollten Eltern informiert werden, dass Bildungs- und Betreuungseinrichtungen wie Schulen und Horte oder auch Sportvereine verpflichtet sind, einzugreifen, wenn sie gesundheitliche Einschränkungen erkennen. In solchen Fällen ist es sinnvoll, dass Eltern und Kinder gemeinsam nach einer kindgerechten Lösung suchen, empfiehlt der DKSB. Denkbar wäre etwa, dass das Kind nur am Wochenende fastet, oder nur an einem Tag in der Woche, z.B. am Sonnabend, oder auch nur stundenweise.

Die Handreichung des Kinderschutzbundes zum Ramadan-Fasten von Kindern und Jugendlichen finden Sie hier: https://www.dksb.de/de/ueber-uns/stellungnahmen/

April: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Prof. Dr. Susanne Schweitzer-Krantz zum Kinderrecht des Monats April:

Kinder haben das Recht auf

Gesundheit

  1. Was bedeutet für Sie, Frau Prof. Dr. Schweitzer-Krantz, das Kinderrecht: „Recht auf Gesundheit“?

Kinder sollten unter Bedingungen zuverlässiger Beständigkeit aufwachsen, die ihnen ein Höchstmaß an gesunder Lebensweise und medizinischer Versorgung ermöglichen.

  1. Leben Kinder heute ungesünder als vor 20 Jahren?

Kinder essen mehr Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett als früher und bewegen sich weniger.

  1. Wie können Kinder lernen, gesund zu leben?

Durch gutes Vorbild der gesamten Familie und der Bezugspersonen mit kalorienbewusstem Essen, guter Qualität und mit viel Bewegung (z.B. draußen zu spielen).

Prof. Dr. Susanne Schweitzer-Krantz

ist Chefärztin der Klinik für Kinder und Jugendliche am EVK und 1. Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. in Düsseldorf