Kinderrecht des Monats Juni

Kinder haben das Recht auf

Freizeit, Spiel und Erholung

Kinder haben das Recht auf Freizeit und Spiel, auf Spaß und Freude, auf Quatsch-machen und Geschichten erfinden, Generalprobe fürs Leben, alle Rollen und Situationen mal vorspielen, schauen, fühlen, riechen und schmecken, wie sich das so anfühlt, Mensch oder Tier zu sein, Fußball-Profi oder Polizistin, Sänger oder Pilotin, gut oder böse…

Geben wir den Kindern so viel Raum, Platz und Zeit, wie wir ermöglichen können, damit sie üben können, sich erleben, alleine und mit anderen, dann kann doch nachher im „wirklichen“ Leben nichts mehr schiefgehen!

Denkste!, kann doch, wäre aber vielleicht viel schiefer gegangen bis zum Umkippen, wenn die Kinder weniger gespielt hätten, wer weiß…

Haben wir Erwachsenen auch ein Recht auf Spiel?

Kennt das niemand oder haben wir es vergessen?

Fragen wir mal unsere Kinder oder die, die gerade auf der Straße spielen.

Angebote im Ortsverband Düsseldorf:

Sing-Treff – Posener Pänz – Spielgruppe für Kinder – BLAUER ELEFANT auf Rädern – Familiencafés in Lierenfeld, Bilk und Gerresheim – Feste für Kinder – Ferienprogramm – Spielplatzbetreuung und Spielmobil

Mai: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Martin Mones zum Kinderrecht des Monats Mai:

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

  1. Was bedeutet für Sie, Herr Mones, das Kinderrecht: „Kinder haben das Recht auf Bildung und Ausbildung“?

Das Kinderrecht auf Bildung bedeutet in erster Linie für mich, dass alle Kinder, egal in welchen familiären Konstellationen sie aufwachsen, ein Recht darauf haben, ihr Leben größtmöglich selbstbestimmt und in Freiheit zu leben und zu gestalten. Dabei haben Eltern und Erziehungsberechtigte die selbstverständliche Pflicht, ihre Kinder nach besten Kräften zu unterstützen, damit sie aktiv an der Gesellschaft teilhaben können.

  1. Welche Schwierigkeiten/Möglichkeiten erleben die Kinder?

Für Kinder, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen (Gewalt, Drogen, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit der Eltern etc.) ist das Recht auf Bildung und Ausbildung häufig ein Wunschtraum, der in ihrem Alltag nicht vorkommt, weil  ihre Lebenswirklichkeit eine ganz andere ist. Eltern, die selber nicht in der Gesellschaft verankert sind, haben keine Möglichkeiten, ihren  Kindern Werte zu vermitteln, an die sie selber nicht glauben oder die verloren gegangen sind. Das führt bei den Kindern zu Orientierungs- und Werteverlust.

  1. Wie setzen Sie das Kinderrecht in Ihrem beruflichen Alltag um?

Jedes Kind hat triftige Gründe, warum es so handelt wie es handelt, auch wenn wir das oft nicht verstehen können, weil wir die Lebensgeschichte nur bruchstückhaft kennen. Das Wichtigste, was ich in meinem Alltag den mir anvertrauten Kindern zeigen kann, ist persönliche Wertschätzung und Achtung nach dem Motto: Behandle andere Menschen so, wie du es dir selber von den anderen wünscht, auch wenn es mal schlecht gelaufen ist…..

Martin Mones
ist Konrektor einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Emotional-Soziale-Entwicklung in Essen

Kinderrecht des Monats Mai

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

Wir können nicht Bildung in das Kind hineinbringen, wir können es nicht bilden, das kann es nur selbst. Was wir können ist die Umgebung, das Lebensumfeld und die Bedingungen möglichst so zu gestalten, dass Kinder Lust haben viele

Erfahrungen zu machen, in unterschiedlichen Bereichen und in den unterschiedlichsten Situationen. Wenn die Kinder wollen und können, dann lernen sie in jeder Situation, nicht nur in Bildungseinrichtungen.

Der Alltag bietet so viele Lernerfahrungen, wir müssen nur bereit sein und hinsehen, nicht einmal, sondern mehrmals und mit etwas mehr Ausdauer. Unsere Aufgabe ist es die Kinder dabei zu begleiten und das in Worte zu fassen, wofür Kinder am Anfang noch keine haben.

Der Erwerb anspruchsvoller geistiger und körperlicher Kompetenzen braucht Zeit und deshalb sollten wir früh damit beginnen, Grundlagen für bestimmte Kompetenzbereiche aufzubauen, ohne jedoch schulisches Lernen vorwegzunehmen.

Und wenn die Kinder einmal in der Schule sind, dann ist es unsere wichtigste Aufgabe, ihnen die Freude daran nicht zu nehmen, die alle Kinder am ersten Schultag mitbringen.

Angebote im Ortsverband Düsseldorf:

Singtreff im Haus für Kinder und im Familiencafé am Sana – Kochkurse für Kinder – Selbstbehauptungskurse für Kinder – Theaterpädagogisches – Coolnesstraining für Kinder

Tag der gewaltfreien Erziehung

Erziehungsarbeit – das wissen alle Eltern – kann sehr aufreibend sein. Da können einem die Nerven durchgehen oder der Geduldsfaden reißt und es folgt ein Klaps oder eine Ohrfeige – oder auch „nur“ ein Schimpfwort, eine Beleidigung, eine Erniedrigung. Doch der Kinderschutzbund lässt die Familien hier nicht allein: Mit den Elternkursen „Starke Eltern – Starke Kinder®“ sollen Eltern und andere Erziehende gestärkt werden, damit sie auch in konfliktbeladenen Situationen souverän handeln können. „Wir dürfen nicht aufhören, über gewaltfreie Erziehung zu reden und alle Menschen dafür zu sensibilisieren. Gewaltlosigkeit gegenüber Kindern betrifft alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und geht uns alle an“, so Bettina Erlbruch, Geschäftsführerin des Kinderschutzbund Düsseldorfs.

Der internationale Tag der gewaltfreien Erziehung wird in Deutschland seit 2004 begangen. Er soll darauf aufmerksam machen, dass wir alle in unserer Gesellschaft Verantwortung für das gewaltfreie Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen tragen. Zudem soll er Eltern ermutigen, ihr Ideal einer Erziehung ohne Gewalt in ihrem Alltag zu verwirklichen. Genau dies ist jedoch nicht immer leicht.

Plakat-Kampagne „Sprich mit mir“ soll Eltern für bewussten Handy-Umgang sensibilisieren

Düsseldorf, 25.4.2019 Im Rahmen des Kinderrechtejahres 2019 startet der Kinderschutzbund Düsseldorf in der kommenden Woche eine stadtweite Plakat-Kampagne zum Thema „Handykonsum von Eltern“. Insgesamt drei aufmerksamkeitsstarke Motive der Cartoonistin Renate Alf aus Weimar zeigen typische Alltagsszenen mit Eltern, die dem eigenen Smartphone mehr Aufmerksamkeit widmen als dem eigenen Nachwuchs. Auf humorvolle, aber gleichzeitig eindrückliche Weise sollen die Plakate dafür sensibilisieren, dass Kinder sich tatsächlich oft verloren und vergessen fühlen, wenn an ihnen vorbeigeschaut und vorbeigeredet wird. Die Plakate werden kostenfrei an alle 366 Düsseldorfer Kindertagesstätten, alle Einrich-tungen der Frühen Hilfen, an Kinderärzte, Ergotherapeuten/ Logopäden sowie an Eltern-/ Familiencafés – also insgesamt ca. 600 Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet – verteilt.

Das Smartphone gehört mittlerweile genauso selbstverständlich zu unserem Alltag wie der Hausschlüssel oder die EC-Karte. Wir benutzen diese Hilfsmittel, ohne besonders darüber nachzudenken. Nur: Gerade das Handy hindert uns zunehmend daran, im Alltag persönlich miteinander zu sprechen.

Besonders bei Kindern hat das fatale Folgen: Werden Kleinstkinder nicht in ausreichendem Maße von ihren Bezugspersonen direkt angesprochen, kommt es z.B. zu Verhaltensauffälligkeiten oder auch Sprachstörungen. Hier machen Wissenschaftler*innen im In- und Ausland bereits seit mehreren Jahren alarmierende Beobach-tungen.
Eine Langzeitstudie über den Zeitraum 2014–2016 in den USA belegt: Kleinere Kinder reagieren mit Ärger auf Eltern, die sich während des familiären Zusammenseins immer wieder dem Smartphone oder anderen elektronischen Medien zuwenden. Da ist ein Teufelskreis geradezu vorprogrammiert: Eltern abgelenkt – Kind quengelig – Eltern genervt – Kind noch quengeliger und so fort. Wissenschaftler*innen sind sich sicher: Eltern, die sich häufig von ihren Smartphones ablenken lassen, vermitteln ihrem Kind das Gefühl, Kontakt und Zuwendung seien von den Geräten gesteuert. Zuwendung wird so für das Kind unvorhersehbar. Denn die Eltern sind zwar physisch, aber emotional nur sporadisch präsent.   Als Resultat daraus ergibt sich beim Kind eine Kettenreaktion bzw. ein Geflecht aus: Unsicherheit, Gefühlen von Einsamkeit bzw. Vernachlässigung, Bindungs-störung, Verhaltensauffälligkeiten. Betroffen ist auch der frühkindliche Spracherwerb. Dieser wird nachweislich beeinträchtigt, wenn Bezugspersonen während des Kontaktes mit dem Kind immer wieder vom Smartphone (oder anderen Medien) unterbrochen oder abgelenkt werden.

Sehr kleine Kinder können auf diese Form der Handy-Konkurrenz nur unbewusst reagieren. Größere Kinder hingegen artikulieren ihre Kritik deutlich: 2015 sagten in Umfragen in verschiedenen Ländern zum Beispiel ein Drittel oder sogar über die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen, dass sie sich von ihren Eltern wegen deren Handy-Verhaltens vernachlässigt fühlen.
Daher fordert auch der Kinderschutzbund alle Eltern ganz klar auf: Sprich mit deinem Kind! 

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-duesseldorf/video-kinderschutzbund-schlaegt-alarm-eltern-legt-das-handy-mal-weg-100.html