Begleiteter Umgang

Kinder geraten häufig bei Trennungs- und Scheidungssituationen mitten in das Konfliktfeld der Erwachsenen. Ihre Ängste und ihre Zerrissenheit werden von den Eltern nicht ausreichend wahrgenommen.

Eltern sind dann oft nicht in der Lage einen unbelasteten Umgangskontakt zwischen Kind und getrenntlebenden Elternteil zu ermöglichen. Manchmal führt auch Gewalt während der Beziehung dazu, dass ein Elternteil dem anderen nicht mehr genügend Vertrauen entgegenbringen kann, um ihm die Kinder zu überlassen. Auch andere Gründe, wie z. B. der Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Suchtprobleme bei dem getrenntlebenden Elternteil, können Veranlassung für einen Begleiteten Umgang sein.

Nach einer Trennung wünschen sich fast alle Kinder den Umgang mit beiden Elternteilen. Und da der Umgang mit beiden Elternteilen wichtig für die Entwicklung des Kindes ist, hat der Gesetzgeber das Recht auf Umgang festgeschrieben (§1684 BGB).

Die Geschichte eines erfolgreichen Fallbeispiels:
„Hallo, ich bin Chiara (5). Ich möchte euch was ganz Besonderes erzählen. Ich habe nämlich einen Papa, den habe ich im letzten September im Kinderschutzbund kennengelernt. Vielleicht ist es für euch nichts Besonderes, einen Papa zu haben, aber für mich ist das eine ganz tolle Sache und ich habe mich riesig darüber gefreut.
Aber zum Anfang: Als ich geboren wurde, war alles erstmal ganz toll. Bald jedoch gab es viel Streit zwischen meinen Eltern. Einmal, da war ich so 9 Monate alt, haben meine Eltern sehr geschrien – und auf einmal war Papa weg. Ich war so traurig und ich habe auch gar nichts begriffen. Erst habe ich Papa noch ab und zu gesehen, aber bald gar nicht mehr. Ich habe ihn so sehr vermisst. Und wenn man so klein ist, dann kann es passieren, dass man sogar nach einiger Zeit vergisst, dass man einen eigenen Papa hat. Ich wusste auch gar nicht mehr, wie er aussah oder wie er roch oder wie sich seine Stimme anhörte. Nachdem ich meinen Papa ungefähr acht Monate nicht gesehen hatte, kam ein Brief nach Hause und meine Mama musste zum Gericht. Dort wurde besprochen, dass meine Mama mich in den Kinderschutzbund bringen musste, damit ich mich mit meinem Papa treffen konnte.
Kurz darauf war es soweit: Ich durfte beim Kinderschutzbund mit einer netten Frau meinen Papa treffen. Ich war richtig aufgeregt beim ersten Termin. Und als Papa kam, war er dann gleich sehr lieb zu mir. Er freute sich riesig mich zu sehen und er konnte ganz großartig spielen. Das war wirklich toll! Unbedingt wollte ich, dass Mama auch meinen tollen Papa kennenlernt, denn er war soooo nett. Mama sollte sich auch davon überzeugen. Die Frau sagte, dass dies für meine Eltern noch zu früh sei. Aber bei dem dritten Treffen begegneten sich auch meine Eltern. Da war meine Freude riesig. Meine Eltern freuten sich nicht ganz so sehr, sie grüßten sich aber. Ich ging dann noch ein paar Mal im Kinderschutzbund mit meinem Papa spielen, aber schon nach kurzer Zeit konnte ich jede Woche einen tollen Ausflug mit Papa machen. Papa und Mama hatten bei der Frau so einen Brief unterschrieben, dass ich jetzt regelmäßig meinen Papa treffen darf. Mama freut sich mittlerweile auch für mich, weil sie sieht wie glücklich ich bei den Treffen mit Papa bin. Versteht ihr jetzt, dass es für mich so besonders ist auch einen Papa zu haben?“

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Ansprechpartnerin:
Jessica Szopinski, Dipl. Soz.Arb./Päd.
Telefon 0211 – 6170570