Juni: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Andreas Bensiek zum Kinderrecht des Monats Juni:

Kinder haben das Recht auf

Freizeit, Spiel und Erholung

  1. Was bedeutet für Sie, Herr Bensiek, das Kinderrecht: „Alle Kinder haben das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung“?

Spielen ist für die Entwicklung der Kinder enorm wichtig. Das spielende Kind ist immer auch ein lernendes und sich entwickelndes Kind. Wer einem Kind sein Recht auf nicht zweckgebundene Nutzung seiner „freien“ Zeit durch Spiel Sport, Spaß ermöglicht, der unterstützt seine Entwicklung zu einem selbstständigen und selbstbewussten Erwachsenen.

  1. Welche Schwierigkeiten/Möglichkeiten erleben die Kinder?

Kinder brauchen so viele Freiräume wie möglich und so wenig Leistungsdruck wie möglich. Spiel und Sport sind oft mit großem Leistung- und Vergleichsdruck verbunden, was für das Kind körperlich wie seelisch enorme Belastung bedeutet. Manche Eltern verwechseln ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen mit den Bedürfnissen ihrer Kinder und messen den Wert ihres Kindes zu sehr an dessen Leistungen. Schön ist es, wenn ich Eltern erlebe, die ihr Kind achtsam beobachten und einmal erspüren, was ihr Kind gerade braucht – losgelöst vom nächsten Termin.

  1. Was hilft und was lernen die Kinder in Ihren Kursen?

Vordergründig erlernen die Kinder die spannende Kampfkunst „Kung Fu“ mit vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten. Bedingt durch die Art der Übungen – Schlagen und Treten kann ja durchaus gefährlich sein – entwickeln die Übenden ein großes Maß an Achtsamkeit. Diese Achtsamkeit, gepaart mit dem Wissen um die eigene Kraft und Selbstwirksamkeit, kann es den Kindern – und natürlich auch den Erwachsenen – ermöglichen, die eigenen Bedürfnisse klarer zu erkennen, zu formulieren und zu diskutieren, im Training wie im Alltag

Andreas Bensiek

ist Vorsitzender und Haupttrainer des Tai Wu Dao Verbandes e.V., Kampfkunstmeister und Übungsleiter für Bewegungserziehung.

Kinderrecht des Monats Juni

Kinder haben das Recht auf

Freizeit, Spiel und Erholung

Kinder haben das Recht auf Freizeit und Spiel, auf Spaß und Freude, auf Quatsch-machen und Geschichten erfinden, Generalprobe fürs Leben, alle Rollen und Situationen mal vorspielen, schauen, fühlen, riechen und schmecken, wie sich das so anfühlt, Mensch oder Tier zu sein, Fußball-Profi oder Polizistin, Sänger oder Pilotin, gut oder böse…

Geben wir den Kindern so viel Raum, Platz und Zeit, wie wir ermöglichen können, damit sie üben können, sich erleben, alleine und mit anderen, dann kann doch nachher im „wirklichen“ Leben nichts mehr schiefgehen!

Denkste!, kann doch, wäre aber vielleicht viel schiefer gegangen bis zum Umkippen, wenn die Kinder weniger gespielt hätten, wer weiß…

Haben wir Erwachsenen auch ein Recht auf Spiel?

Kennt das niemand oder haben wir es vergessen?

Fragen wir mal unsere Kinder oder die, die gerade auf der Straße spielen.

Angebote im Ortsverband Düsseldorf:

Sing-Treff – Posener Pänz – Spielgruppe für Kinder – BLAUER ELEFANT auf Rädern – Familiencafés in Lierenfeld, Bilk und Gerresheim – Feste für Kinder – Ferienprogramm – Spielplatzbetreuung und Spielmobil

Mai: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Martin Mones zum Kinderrecht des Monats Mai:

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

  1. Was bedeutet für Sie, Herr Mones, das Kinderrecht: „Kinder haben das Recht auf Bildung und Ausbildung“?

Das Kinderrecht auf Bildung bedeutet in erster Linie für mich, dass alle Kinder, egal in welchen familiären Konstellationen sie aufwachsen, ein Recht darauf haben, ihr Leben größtmöglich selbstbestimmt und in Freiheit zu leben und zu gestalten. Dabei haben Eltern und Erziehungsberechtigte die selbstverständliche Pflicht, ihre Kinder nach besten Kräften zu unterstützen, damit sie aktiv an der Gesellschaft teilhaben können.

  1. Welche Schwierigkeiten/Möglichkeiten erleben die Kinder?

Für Kinder, die unter erschwerten Bedingungen aufwachsen (Gewalt, Drogen, Kinderarmut, Arbeitslosigkeit der Eltern etc.) ist das Recht auf Bildung und Ausbildung häufig ein Wunschtraum, der in ihrem Alltag nicht vorkommt, weil  ihre Lebenswirklichkeit eine ganz andere ist. Eltern, die selber nicht in der Gesellschaft verankert sind, haben keine Möglichkeiten, ihren  Kindern Werte zu vermitteln, an die sie selber nicht glauben oder die verloren gegangen sind. Das führt bei den Kindern zu Orientierungs- und Werteverlust.

  1. Wie setzen Sie das Kinderrecht in Ihrem beruflichen Alltag um?

Jedes Kind hat triftige Gründe, warum es so handelt wie es handelt, auch wenn wir das oft nicht verstehen können, weil wir die Lebensgeschichte nur bruchstückhaft kennen. Das Wichtigste, was ich in meinem Alltag den mir anvertrauten Kindern zeigen kann, ist persönliche Wertschätzung und Achtung nach dem Motto: Behandle andere Menschen so, wie du es dir selber von den anderen wünscht, auch wenn es mal schlecht gelaufen ist…..

Martin Mones
ist Konrektor einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Emotional-Soziale-Entwicklung in Essen

Kinderrecht des Monats Mai

Kinder haben das Recht auf

Bildung und Ausbildung

Wir können nicht Bildung in das Kind hineinbringen, wir können es nicht bilden, das kann es nur selbst. Was wir können ist die Umgebung, das Lebensumfeld und die Bedingungen möglichst so zu gestalten, dass Kinder Lust haben viele

Erfahrungen zu machen, in unterschiedlichen Bereichen und in den unterschiedlichsten Situationen. Wenn die Kinder wollen und können, dann lernen sie in jeder Situation, nicht nur in Bildungseinrichtungen.

Der Alltag bietet so viele Lernerfahrungen, wir müssen nur bereit sein und hinsehen, nicht einmal, sondern mehrmals und mit etwas mehr Ausdauer. Unsere Aufgabe ist es die Kinder dabei zu begleiten und das in Worte zu fassen, wofür Kinder am Anfang noch keine haben.

Der Erwerb anspruchsvoller geistiger und körperlicher Kompetenzen braucht Zeit und deshalb sollten wir früh damit beginnen, Grundlagen für bestimmte Kompetenzbereiche aufzubauen, ohne jedoch schulisches Lernen vorwegzunehmen.

Und wenn die Kinder einmal in der Schule sind, dann ist es unsere wichtigste Aufgabe, ihnen die Freude daran nicht zu nehmen, die alle Kinder am ersten Schultag mitbringen.

Angebote im Ortsverband Düsseldorf:

Singtreff im Haus für Kinder und im Familiencafé am Sana – Kochkurse für Kinder – Selbstbehauptungskurse für Kinder – Theaterpädagogisches – Coolnesstraining für Kinder