Empfehlungen zum Kirmesbesuch

Seit 118 Jahren gibt es die Größte Kirmes am Rhein und auch dieses Jahr fiebern bereits viele Düsseldorfer Familien und die Kinder diesen aufregenden 9 Tagen entgegen, für Kirmes-Fans aus ganz Deutschland ein echtes Highlight.

Damit es für alle, auch für die kleinen Kinder und deren Eltern, ein Vergnügen wird, bittet der Kinderschutzbund OV Düsseldorf zu beachten, die sich auf der Rückseite des offiziellen Kirmes-Flyers finden. Wir wünschen allen Besuchern gutes Wetter und viel Spaß auf der Rheinkirmes!

Heute gibts Zeugnisse – Hilfen für Kinder und Eltern

Albert Einstein war genial – und ein schlechter Schüler mit ziemlich
schlechten Zeugnissen. Die Beurteilung von Kindern und Jugendlichen durch Zeugnisnoten sagt also nicht wirklich viel darüber aus, mit was für einem Menschen wir es da zu tun haben. Das ist heute nicht anders als während der Schulzeit des Genies Albert Einstein.
Ob Einstein von Eltern oder Schule Druck bekommen hat, wissen wir nicht. Doch überhöhter Leistungsdruck ist und bleibt Gift für eine gesunde Entwicklung von Heranwachsenden. Deshalb wünscht sich Bettina Erlbruch, Geschäftsführerin Kinderschutzbund Ortsverband Düsseldorf, dass der endlich aus den Schulen und Elternhäusern verschwindet.
„Heute habe ich mein Zeugnis bekommen. Es ist das schlechteste, was ich je hatte. Ich brauch eine gute Mathe-Note, weil ich sonst meine Ausbildung nicht machen kann. Ich hab Angst, das Zeugnis meinem Vater zu zeigen. Bitte gebt mir einen Ratschlag“, so schreibt ein Mädchen (16) am Zeugnistag an die em@il-Beratung der „Nummer gegen Kummer“.
Bei einigen Heranwachsenden kommt es wegen schlechter Noten und Versetzungsgefahr zu Ängsten oder Konflikten, beispielsweise mit den Eltern. „Sich vor einem schwierigen Gespräch jemandem anonym anzuvertrauen, kann helfen, Ängste abzubauen und einen Ausweg für die eigene Situation zu finden“, erklärt Anna Zacharias, Fachreferentin beim Nummer gegen Kummer e.V. „Unsere kostenlosen und anonymen Beratungsangebote sind auch für solche Situationen eine erste Anlaufstelle.“ Das Kinder- und Jugendtelefon ist erreichbar unter: 116 111.
Im Jahr 2018 drehten sich bei der „Nummer gegen Kummer“ rund 10.000 Kontakte mit Heranwachsenden und 1.804 Gespräche mit Eltern um Fragen, Sorgen und Probleme im Zusammenhang mit Schule, Ausbildung oder Beruf. Im Gespräch mit einem*r Berater*in kann dann gemeinsam überlegt werden, wie man die, subjektiv empfunden, schlechten Nachrichten am besten überbringt und wie Kinder, Jugendliche und ihre Eltern zukünftig möglichst konfliktfrei über das Thema Schule sprechen können.
Und auch anders herum wird ein Schuh draus. „Ein gutes Zeugnis sagt nichts darüber aus, ob es der Schülerin oder dem Schüler auch gut geht“, bemerkt Bettina Erlbruch. So glänzen z.B. von Magersucht betroffene Jugendliche häufig durch absolut gute Noten, weil Perfektionismus zu ihrem Krankheitsbild gehört. Bettina Erlbruch: „Wir sind mit unserem Beratungsangebot dann auch dafür da, ihnen Mut zu machen, dass sie nicht immer alles schaffen müssen.“
Auch für Eltern weiß die „Nummer gegen Kummer“ Rat – die Gespräche am Elterntelefon (0800 – 111 0 550) zeigen, dass Eltern oft stark eingespannt sind und sich fragen, ob sie ihre Kinder ausreichend unterstützen. Die ehrenamtlichen Berater*innen am Elterntelefon sind mit den Sorgen und Nöten der Anrufer*innen durch ihre qualifizierte Ausbildung, ihre oftmals langjährige Erfahrung, aber auch durch regelmäßige Fortbildungen vertraut. Und natürlich sind sie auch in der vermeintlich stressfreien Ferienzeit da und hören zu!
Tipps für Eltern zum Umgang mit Zeugnissen:
1. Erinnern Sie sich daran, wie es für Sie selbst gewesen ist, wenn Sie Zeugnisse bekommen haben.
2. Machen Sie sich bewusst, dass eine Zeugnisnote nur einen kleinen Aspekt Ihres Kindes beurteilt.
3. Fragen Sie Ihr Kind, wie es ihm selbst mit dem Zeugnis geht.
4. Überlegen Sie gemeinsam, ob das Kind etwas an seinem Lernverhalten verändern soll und kann und ob es dafür Hilfe braucht.
5. Wenn das Kind in einem oder mehreren Fächern schlechte Noten hat, überlegen Sie mit ihm, was es sonst gut kann.
6. Wenn das Kind sehr gute Noten hat und sehr viel lernt, überlegen Sie mit ihm, wie es selbst Druck rausnehmen kann.
7. Holen Sie sich selbst Beratung, wenn Sie sich mit dem Thema „Zeugnisse“ überfordert fühlen. Das Elterntelefon ist auch für Sie da.
8. Versuchen Sie herauszufinden, welche Ursachen es für die eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder gar Lernverweigerung Ihres Kindes gibt (z.B. Mobbing, Ausgrenzung oder Beschimpfung als Streber etc.).

1. Kindersprechstunde mit Oberbürgermeister Geisel

Wir haben heute im Rahmen des Kinderrechtejahrs eine Kindersprechstunde im Rathaus veranstaltet. Eine klassenübergreifende Gruppe von Schülern der Jan-Wellem-Schule konnte am Donnerstag, 4. Juli, in einem ungestörten Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Geisel über ihre Belange, Wünsche und Sorgen diskutieren.

Düsseldorf 04.07.2019 Jan-Wellem-Schule Franklinstraße mit
Oberbürgermeister Thomas Geisel diskutiert mit Moderator Tobias Schenkel in einer Kindersprechstunde über ihre Belange, Wünsche und Sorgen
Foto Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf

OB Geisel sagte im Gespräch mit den jungen Schülern: „Wir eröffnen heute mit der Kindersprechstunde eine ganze Reihe von weiteren Sprechstunden in den einzelnen Stadtbezirken, in denen eure Rechte im Mittelpunkt stehen sollen! Die Verwirklichung der Kinderrechte beginnt im Alltag eines jeden Kindes und Jugendlichen. Bestimmt und gestaltet mit, denn es ist auch eure Stadt.“
Die Sprechstunde mit Oberbürgermeister Thomas Geisel war der Auftakt von Sprechstunden in allen Stadtbezirken, die der Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Düsseldorf e.V. einführen möchte. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche mit Entscheidungsträgern der Politik zusammenzubringen. Die Politik erhält so Einblicke in die Perspektiven von Kindern und die Kinder erfahren mehr über Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen und können diese besser nachvollziehen. Auf diese Weise können beiden Seiten von einem gegenseitigen Austausch profitieren.

Düsseldorf 04.07.2019 Jan-Wellem-Schule Franklinstraße mit
Oberbürgermeister Thomas Geisel diskutiert mit Moderator Tobias Schenkel in einer Kindersprechstunde über ihre Belange, Wünsche und Sorgen
Foto Michael Gstettenbauer Stadt Düsseldorf

Im Vorfeld der Kindersprechstunde haben sich die Schüler der vierten bis neunten Klasse im Rahmen einer Projektwoche auf die Aktion vorbereitet. Im Zentrum dieser Aktionsreihe steht das Kinderrecht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung (Kinderrecht des Monats Juli).

Fotos

(c)Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

Juli: 3 Fragen – 3 Antworten

Kurzinterview mit Ansgar Sporkmann zum Kinderrecht des Monats Juli:

Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung

Was bedeutet für Sie, Herr Sporkmann, das Kinderrecht: „Kinder haben das Recht auf freie Meinungsäußerung und Beteiligung“?

Das Kinderrecht bedeutet für mich, Kinder und Jugendliche konsequent in allen Bereichen, die sie betreffen, zu beteiligen. Das bedeutet auch, dass sie Verantwortung übernehmen und das ist wichtig und entscheidend für die Teilhabe an demokratischen Prozessen. Erst die Teilhabe ermöglicht die Umsetzung der Kinderrechte. Ansonsten wären es reine Initiativen aus der Perspektive von Erwachsenden, die sich oft nicht mit denen von Kindern decken. Kinder kennen ihre Problemlagen, aber auch Ressourcen am besten und deshalb ist man gut beraten, die „Experten“ in eigener Sache zu beteiligen. Erwachsene müssen Kindern dazu Hilfestellungen bzw. Unterstützung anbieten. Das erfordert Personal und entsprechende Qualifizierungen und damit auch Mittel, die hierfür bereitgestellt werden müssen. Unbedingt berücksichtigt werden sollten Kindern, die nicht so sehr im öffentlichen Fokus stehen, wie Migranten und Kinder mit Behinderungen.

Wo besteht momentan der größte Handlungsbedarf, wenn es um die Partizipation von Kindern geht?

Partizipation muss strukturell verankert werden, damit sie effektiv und nachhaltig wird. Das bedeutet für Gemeinden, Länder und den Bund Strukturen für die Beteiligung zu schaffen, die wirksam und transparent sind. Die Meinungen und Entscheidungen der Kinder müssen gleichberechtigt in Gesetzen, Planungen usw. berücksichtigt werden, alles andere wäre nur eine Pseudo-Beteiligung und wenig demokratisch im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention.

Wie können Kinder lernen, ihre Meinung zu sagen und sich zu beteiligen?

Indem man konsequent und frühzeitig, z.B. schon in Kitas damit beginnt, Kindern an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Auch Schulen haben hier noch großen Nachholbedarf, was die Beteiligung an der Unterrichtsgestaltung, Schul- und Handyregelungen usw. anbelangt. Wenn Kinder schon in jungen Jahren spüren, dass ihre Beteiligung effektiv und wirksam ist und von Erwachsenen ernst genommen wird, lernen sie dadurch, dass politische und demokratische Prozesse zu einem fairen und gleichberechtigten Miteinander führen.

Ansgar Sporkmann

führt als Medienpädagoge Fortbildungen, Workshops und Präventionsangebote in der Jugendhilfe und in Schulen zur Mediennutzung von Jugendlichen durch. Er ist Vorstandsmitglied bei „Nummer gegen Kummer e.V.“ und im DKSB Ortsverband Düsseldorf e.V.