Das Umgangsrecht während der Corona-Pandemie

Viele getrennte Eltern sind verunsichert, wie der Umgang der Kinder mit dem anderen Elternteil, während der derzeitigen Verbreitung des Corona-Virus, stattfinden kann oder soll. In den Bundesländern wurden unterschiedliche Maßnahmen zur Reduzierung der Neuinfektionen getroffen, an die sich alle Bürger halten sollen. Soziale Kontakte sollen auf das Mindestmaß beschränkt werden. Bei der Durchführung von Umgangskontakten sollten daher ein paar Punkte von beiden Elternteilen berücksichtigt werden.

Eltern, die in dieser außergewöhnlichen Situation, gemeinsame Absprachen zum Umgang treffen können, unterstützen ihre Kinder bei einer guten und gesunden Entwicklung. Kreative Ideen sind willkommen. Bei der Durchführung der Umgangskontakte sollten sich beide Eltern generell an die zurzeit empfohlenen Verhaltensregeln halten, wie die Hust-Nies-Etikette, gründliches Händewaschen, 1,5 Meter Abstand halten zu anderen Personen. Treffen sollten in den eigenen vier Wänden oder an der frischen Luft stattfinden, und falls ein Transport nötig ist, die öffentlichen Verkehrsmittel vermieden werden. Falls Umgangszeiten ausfallen oder reduziert werden müssen, sollte den Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, mit dem anderen Elternteil zu telefonieren oder einen Videoanruf zu starten.

Die Gesundheit aller Familienmitglieder (Vater, Mutter und Kinder) soll nach Möglichkeit geschützt werden. Falls ein oder mehrere Familienmitglieder einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Ansteckung ausgesetzt sind, sollten Vorkehrungen getroffen werden, die die Möglichkeit einer Übertragung des Virus reduzieren.

Die Eltern haben gerade jetzt die Aufgabe mit der physischen und psychischen Gesundheit ihres Kindes verantwortungsvoll umgehen. Ein Abwägen zwischen Kindes- und Allgemeinwohl ist jedoch unabdingbar. Die zeitweise Aussetzung des Umgangsrechts sollte nur in Ausnahmefällen stattfinden, wenn die Gefährdung eines oder mehrerer Menschen wahrscheinlich ist.

Die derzeitigen Einschränkungen im Alltag und die nachvollziehbaren Sorgen in grundlegenden Lebensbereichen, stellen eine große Belastung dar. Fast alle Beratungsstellen stehen daher telefonisch zur Verfügung, und wir sowieso unter 0211/6170570.