Ich bin wie ich bin – ein Klassenzimmerstück für Jugendliche  

Mit dem Theaterstück „Ich bin wie ich bin“ setzt der Kinderschutzbund OV Düsseldorf als Hauptkooperationspartner des Projektes die für Jugendliche wichtigen Fragen rund um das Aussehen und den eigenen Körper auf die Tagesordnung. Auf der Bühne, in exponierter Stellung, sprechen die beiden Spielerinnen (Elisa Marshall und Joana Tscheinig) das aus, was Jugendliche oft nur denken, nicht zu sagen wagen und mit Scham übertünchen: Sind meine Beine nicht zu dick? Rieche ich nach dem Sport? Meine Brüste sind zu klein. Meine Haare sind nicht glatt. Mein Körper ist nicht muskulös genug … 
Die Premiere des Klassenzimmerstückes in der Hulda-Pankok-Gesamtschule (HPG), deren Schülerinnen aus dem Fach „Darstellen und Gestalten“ die Entwicklung des Stückes begleitet haben, war sowohl für die Schülerinnen als auch ihre Eltern und die pädagogischen Fachkräfte beeindruckend. „Wir haben uns irgendwie alle wiedererkannt“, erzählt eine Familie, die den Abend gemeinsam genossen hat. Und „da werden wir bestimmt auch morgen und übermorgen nochmal drüber reden“. Genau das ist die Hoffnung von Andrea Haußmann, leitende Gesamtschuldirektorin der Kooperationsschule HPG, dass es mit Hilfe des kreativen Mediums Theater eher gelingt, über „Themen wie Bodyshaming, Unperfektsein und auch die damit verbundenen Gefühle wie Scham, Trauer, Wut oder Einsamkeit sprechen zu können“.  
Das Klassenzimmerstück wurde eigens für Schülerinnen und Schüler des achten bis zwölften Jahrgangs entwickelt. Die Macher*innen setzen mit dem, was dabei eine knappe Unterrichtsstunde lang an Dynamik, Auseinandersetzung, Neid, Ablehnung und Versöhnung auf der Bühne zu sehen ist, starke Impulse. Im Gegensatz zu „man sollte, müsste, könnte“, setzt sich diese Inszenierung mit Körpern auseinander, „die tatsächlich da sind. Und dass sie so, wie sie sind, gut sind. Eine Ode an den Körper, mit dem wir – durchaus auch mit Freude – entdecken können, was er kann: laufen, springen, tanzen, singen, sehen, gestalten, denken, zuhören, schmecken, riechen, fühlen, lachen, weinen, spüren und vieles mehr“, gibt Regisseurin Marlene Hildebrand einen kleinen Einblick in das, was das Publikum erwartet.

Und am Ende des Stückes hatte sich die anfängliche Bedrückung des Publikums, ausgelöst von den Unsicherheiten und Verletzungen, die die Spielerinnen darstellten, in ein gemeinsames fröhliches Lachen verwandelt, entstanden aus der auf der Bühne inszenierten Lebensfreude. 
Dass die Thematik ebenso modern wie uralt ist, belegte Dr. med. Hauke Duckwitz, Kinder- und Jugendarzt, zugleich Vorsitzender des Kinderschutzbundes OV Düsseldorf, bei der Begrüßung mit einem Zitat von Hulda Pankok über Besuche in ihrem Haus: „Bei uns werden die Menschen alle wieder natürlich, und jeder kann so sein wie er ist – er braucht keine Maske.“ 

Um diesen Hintergrund geht es dem Kinderschutzbund, die Selbstwahrnehmung und das Selbstwertgefühl von Jugendlichen zu stärken und damit einen Beitrag zur Prävention von Mobbing, selbstverletzendem Verhalten und Depression zu leisten“, so Dr. med. Hauke Duckwitz, weiter. „Wir arbeiten mit über 40 Berater*innen beim Sorgentelefon der Nummer gegen Kummer, bei dem Kinder- und Jugendliche anonym und kostenfrei über ihre Probleme sprechen können. Am Samstag beraten hier ausschließlich Jugendliche. Wir kennen diese Themen aus den Beratungsgesprächen sehr gut und sind daher als Kinderschutzbund Düsseldorf Hauptkooperationspartner des mobilen Theaterstücks „Ich bin wie ich bin“.

Das Klassentheaterstück „Ich bin wie ich bin“ kann von Düsseldorfer Schulen und Jugendeinrichtungen gebucht werden. Dazu gehört ein Nachgespräch mit den Schauspielerinnen.

Kontakt:  

Bernhard Müller-Hildebrand, Koordinator Kinder- und Jugendtelefon beim Kinderschutzbund Düsseldorf 
mueller@kinderschutzbund-duesseldorf.de 

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