Hinweise für gestresste Eltern und Anlaufstellen bei Konflikten und Gefahrensituationen

Für viele Familien sind die durch die Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung sozialer Kontakte eine große Herausforderung. Stresssituationen sind normal, es gibt aber Möglichkeiten, mit ihnen gut umzugehen.  Wir bieten hier außerdem eine Übersicht über Ansprechpartner*innen für Eltern und Kinder in Krisensituationen – auch in Corona-Zeiten.

Den kompletten Beitrag und weiterführenden Links finden Sie auf der Internetseite des unseres Bundesverbandes.

Telefon-Hotline zur Erziehungs- und Konfliktberatung

Das Düsseldorfer Netzwerk ist ab sofort unter 0211-8995334 für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erreichbar/Hilfen auch für pädagogische Fachkräfte

Geschlossene Kinderbetreuung, Schulen und Freizeitangebote, weitreichende Kontaktsperren zu Personen außerhalb der Familie, das Arbeiten im Homeoffice oder eine plötzliche Quarantänemaßnahme stellen beispielsweise viele Familien vor zusätzliche Herausforderungen. Bei Problemen und Spannungen kann jetzt eine neu geschaffene telefonische Hotline helfen. Das Jugendamt und die Düsseldorfer Beratungsstellen freier Träger bieten ab sofort eine pädagogisch-psychologische Hilfe an. Sie ist zu erreichen unter 0211-8995334 und montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr besetzt. Die Beratung erfolgt freiwillig, streng vertraulich und kostenfrei.

Das durch das Coronavirus notwendige Zurückziehen in die eigenen vier Wände schafft unter Umständen Probleme im Zusammenleben oder in der Erziehung. So können beispielsweise in Familien die Ängste und Sorgen um die Zukunft auf Seiten der Eltern auf Langeweile und eingeschränkte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung auf Seiten der Kinder treffen. Das Familienleben steht vor einer Belastungsprobe.

Damit Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene die nächsten Wochen gut überstehen, steht ihnen die telefonische Hilfe der Düsseldorfer Beratungsstellen zur Seite. Auch pädagogischen Fachkräften wird von der Hotline fachliche Unterstützung bei der Ausübung ihres Berufs geboten.

In der Beratung arbeiten Psychologen, Sozialpädagogen und Fachkräfte der Sozialen Arbeit zusammen, um für alle Betroffenen Lösungen zu finden,  damit kleinere und größere familiäre Krisen gemeistert werden können. An der städtischen Beratungs-Hotline beim Jugendamt sind neben dem Zentrum für Schulpsychologie auch folgende Freien Träger und Vereine beteiligt: AWO, Caritas, SKFM, Pro Mädchen, Diakonie, KiND VAMV, Frauenberatungsstelle, Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung sowie der Deutsche Kinderschutzbund Düsseldorf.

Das Umgangsrecht während der Corona-Pandemie

Viele getrennte Eltern sind verunsichert, wie der Umgang der Kinder mit dem anderen Elternteil, während der derzeitigen Verbreitung des Corona-Virus, stattfinden kann oder soll. In den Bundesländern wurden unterschiedliche Maßnahmen zur Reduzierung der Neuinfektionen getroffen, an die sich alle Bürger halten sollen. Soziale Kontakte sollen auf das Mindestmaß beschränkt werden. Bei der Durchführung von Umgangskontakten sollten daher ein paar Punkte von beiden Elternteilen berücksichtigt werden.

Eltern, die in dieser außergewöhnlichen Situation, gemeinsame Absprachen zum Umgang treffen können, unterstützen ihre Kinder bei einer guten und gesunden Entwicklung. Kreative Ideen sind willkommen. Bei der Durchführung der Umgangskontakte sollten sich beide Eltern generell an die zurzeit empfohlenen Verhaltensregeln halten, wie die Hust-Nies-Etikette, gründliches Händewaschen, 1,5 Meter Abstand halten zu anderen Personen. Treffen sollten in den eigenen vier Wänden oder an der frischen Luft stattfinden, und falls ein Transport nötig ist, die öffentlichen Verkehrsmittel vermieden werden. Falls Umgangszeiten ausfallen oder reduziert werden müssen, sollte den Kindern die Möglichkeit eingeräumt werden, mit dem anderen Elternteil zu telefonieren oder einen Videoanruf zu starten.

Die Gesundheit aller Familienmitglieder (Vater, Mutter und Kinder) soll nach Möglichkeit geschützt werden. Falls ein oder mehrere Familienmitglieder einem erhöhten Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Ansteckung ausgesetzt sind, sollten Vorkehrungen getroffen werden, die die Möglichkeit einer Übertragung des Virus reduzieren.

Die Eltern haben gerade jetzt die Aufgabe mit der physischen und psychischen Gesundheit ihres Kindes verantwortungsvoll umgehen. Ein Abwägen zwischen Kindes- und Allgemeinwohl ist jedoch unabdingbar. Die zeitweise Aussetzung des Umgangsrechts sollte nur in Ausnahmefällen stattfinden, wenn die Gefährdung eines oder mehrerer Menschen wahrscheinlich ist.

Die derzeitigen Einschränkungen im Alltag und die nachvollziehbaren Sorgen in grundlegenden Lebensbereichen, stellen eine große Belastung dar. Fast alle Beratungsstellen stehen daher telefonisch zur Verfügung, und wir sowieso unter 0211/6170570.

Info: Coronavirus

Liebe Kinderschützer*innen, liebe Besucher*innen,

aufgrund des neuartigen Coronavirus haben wir uns dazu entschlossen, zum Schutze aller Besucher*innen, Teilnehmer*innen, deren Familien, Freunde und Kolleg*innen die kommenden Veranstaltungen und offenen Familienangebote bis nach den Osterferien, also dem 20.04.2020 auszusetzen und diese voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.

Das Haus für Kinder BLAUER ELEFFANT bleibt aber für telefonische Rückfragen zu den üblichen Öffnungszeiten MO-Do von 9:00-17:00 Uhr und Fr von 9:00-15:00 Uhr telefonisch unter 0211- 61 70570 oder via E-Mail oder unter info@kinderschutzbund-duesseldorf.de erreichbar.

Zur weiteren Planung werden wir Euch rechtzeitig informieren. Bitte bleibt alle gesund!

„Unschlagbar?“ 20 Jahre Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung, noch kein durchschlagender Erfolg – eine Zwischenbilanz

Im Jahre 2000 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Ächtung der Gewalt in Paragraph 1631 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches verabschiedet.

In zwei Jahrzehnten ist viel geschehen, um Kindern und Jugendlichen ein gewaltfreies Aufwachsen zu ermöglichen. Zugleich sehen wir, dass auch nach zwanzig Jahren Kinder und Jugendliche Gewalt erleben und gleichzeitig Gewalt in Erziehungsverhältnissen bagatellisiert wird. „„Unschlagbar?“ 20 Jahre Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung, noch kein durchschlagender Erfolg – eine Zwischenbilanz“ weiterlesen