20 Jahre Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung – es gibt noch viel zu tun

Am 6. Juli gibt es einen runden Geburtstag zu feiern: Vor genau 20 Jahren beschloss der Deutsche Bundestag das „Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung“. Seit 2000 heißt es im Bürgerlichen Gesetzbuch: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Seitdem hat sich gesellschaftlich viel verbessert. „Wir haben allen Grund zum Feiern“, sagt Dr. Hauke Duckwitz, Vorstandsvorsitzender des Kinderschutzbundes Düsseldorf. „Doch gleichzeitig müssen wir kritisch Bilanz ziehen, einfach weil auch heute noch viel zu viele Kinder körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind.“

Kindererziehung stellt immer eine Herausforderung dar. Wenn z.B. Eltern an ihre Belastungsgrenzen geraten, kann es schwierig sein, die Nerven zu behalten und eben nicht laut zu schimpfen oder gar körperlich übergriffig zu werden. Und bereits mit scheinbaren „Kleinigkeiten“ wie einem „leichten Klaps“ oder „nur“ einem Schimpfwort fängt Herabwürdigung an.

Der Kinderschutzbund Düsseldorf arbeitet seit vielen Jahrzehnten daran, Gewaltursachen zu bekämpfen und geeignete Maßnahmen zur Vermeidung von Gewalt gegen Kinder zu entwickeln und umzusetzen. Mit speziellen Beratungs- und Bildungsangeboten unterstützt der Kinderschutzbund die Familien in Düsseldorf, das Ideal einer gewaltfreien Erziehung zu verwirklichen, zum Beispiel:

  • Seminarreihe „Starke Eltern – Starke Kinder®“ – für mehr Gelassenheit und ein besseres Miteinander im Familienalltag
  • Workshop „Stärke statt Macht“ – damit in Konfliktsituationen nach Lösungen gesucht wird und nicht nach Schuldigen
  • Beratungsgespräche für Schreibaby-Eltern – um eine positive, stabile Eltern-Kind- Beziehung aufzubauenEinen weiteren zentralen Aspekt für die Verwirklichung von gewaltfreier Erziehung sieht der Kinderschutzbund in der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung – nicht nur in den Familien, sondern ebenso in Schulen, Betreuungseinrichtungen, Arztpraxen, Sportvereinen, Kirchengemeinden. Daher fordert der Kinderschutzbund Düsseldorf eine verbesserte Ausbildung für alle Fachkräfte, die beruflich Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben. Sie müssen sich im Kinderschutz auskennen, mögliche Gewalt erkennen und wissen, was zu tun ist.